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Bayer und Rothamsted Research gehen digitalen Weg zur Schädlingsbekämpfung

(08.08.2017) Bayer und Rothamsted Research haben eine strategische Rahmenvereinbarung geschlossen und bauen damit ihre erfolgreiche Zusammenarbeit weiter aus.


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Mit einer engeren wissenschaftlichen Zusammenarbeit wollen die beiden Partner Landwirten individuelle agronomische Lösungen zur Verfügung stellen. Die neue strategische Allianz soll eine digitale Revolution bei der Entdeckung und Bekämpfung von biotischen Bedrohungen wie Schädlingen, Krankheitserregern und Unkräutern fördern. In enger Abstimmung sollen im Labor und im Freiland Daten erhoben sowie Know-how, Werkzeuge und Technologien entwickelt werden, die den Übergang zu einem intelligenteren Pflanzenschutz fördern.


Die Partner wollen in einer Reihe von Forschungsfeldern zusammenarbeiten: Der Echtzeitentdeckung von Schädlingen, um die Entwicklung von Resistenzen besser zu verstehen, der Identifizierung neuer Wirkmechanismen von Insektiziden, oder der Suche nach neuartigen Ansätze in der Schädlingsbekämpfung.


"Die strategische Allianz mit Rothamsted wird uns helfen, weitere nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen zu finden, denen die moderne Landwirtschaft gegenübersteht. Die Bündelung von Kompetenz und Know-how und der Gedankenaustausch werden unserem Unternehmen einen Innovationsschub geben", sagte Dr. Adrian Percy, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung der Bayer-Division Crop Science. "In der Landwirtschaft sind Pflanzen zahlreichen biotischen und abiotischen Stressfaktoren ausgesetzt. Um Ernteausfälle weltweit zu reduzieren und Resistenzen wirksamer zu vermeiden, müssen wir besser verstehen, wie man nachhaltiger mit solchen Faktoren umgehen kann. Durch die engere Zusammenarbeit mit Rothamsted werden wir diesem Ziel einen grossen Schritt näher kommen."


"Im Mittelpunkt unserer Forschung steht die Notwendigkeit, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung nachhaltig zu sichern", sagte Achim Dobermann, Director und Chief Executive von Rothamsted. "Forschungseinrichtungen wie Rothamsted können sehr viel dazu beitragen, dieser Herausforderung zu begegnen. Doch um Durchbrüche zu erzielen und mehr zu erreichen, müssen wir Partnerschaften eingehen - auch mit der Industrie. Diese Allianz wird uns neue Möglichkeiten eröffnen, zusammen an komplexen Problemstellungen zu arbeiten - für eine zielgerichtetere, produktivere und nachhaltigere Landwirtschaft."


"Wir sind absolut überzeugt, dass ‚Digital Farming‘ die Landwirtschaft revolutionieren wird", erklärte Tobias Menne, Leiter des Bereichs Digital Farming bei Bayer. "Dank neuer Technologien können Landwirte Stressfaktoren erkennen, lange bevor die Schäden mit blossem Auge sichtbar sind. Dieser Informationsvorsprung gibt den Landwirten die Möglichkeit, früher und gezielter zu entscheiden, welche Massnahmen nötig sind. Dünger und Pflanzenschutzmittel können zum bestmöglichen Zeitpunkt optimal eingesetzt werden, gezielt in der Menge, die die Pflanze braucht." Menne ergänzte: "Innovative digitale Lösungen, die Daten mit agrarwissenschaftlichen Kenntnissen und der Erfahrung der landwirtschaftlichen Praxis verknüpfen, können nicht nur für eine höhere Rentabilität, sondern auch für mehr Nachhaltigkeit sorgen."


"Im Laufe der Jahre haben wir in den Bereichen Tiergesundheit und Pflanzenschutz zahlreiche Projekte mit Bayer durchgeführt", erklärte Lin Field, Head of Biointeractions and Crop Protection bei Rothamsted. "Im Rahmen dieser Zusammenarbeit konnten wir beispielsweise unser Grundlagenwissen über die Wirkungsweise von Insektiziden und über Resistenzen auf ein breit gefächertes Spektrum von industriellen Anwendungen in der Agrarchemie übertragen. Damit haben wir zu mehr Nachhaltigkeit bei der Verwendung von Insektiziden in der Tiermedizin und im Pflanzenschutz beigetragen."


Field fügte hinzu: "Momentan läuft ‚Bee Toxicogenomics‘, ein grosses Projekt, das sich mit dem Einfluss von chemischen Stoffen auf das Erbgut von Bienen beschäftigt. Das Projekt erforscht, wie Bienen Insektizide verstoffwechseln und wie selektiv wirkende chemische Produkte aussehen müssten. Die neue Allianz wird die Zusammenarbeit und den Gedankenaustausch in den Bereichen Wissenschaft und Innovation weiter voranbringen. Das ist für alle Beteiligten von grosser Bedeutung."


Die Entwicklung in Richtung nachhaltiger Praktiken schreitet rascher voran denn je. Im landwirtschaftlichen Bereich können heute Daten elektronisch gesammelt und abgerufen werden, um die Entstehung von Bedrohungen schnell zu modellieren und vorherzusagen. Damit steht Landwirten eine bessere und schnellere Entscheidungshilfe zur Verfügung.


Weitere Informationen
http://www.bayer.de
http://www.rothamsted.ac.uk


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