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Schadet die Digitalisierung der Umwelt?

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Zwar kann die Digitalisierung zu Effizienzgewinnen führen, aber dadurch kommt es zu einer gesteigerten Nachfrage, was wiederum zu einem erhöhten Rohstoffverbrauch führt. Bild: Shutterstock



Dass die Digitalisierung ein grosses Potenzial zur Linderung der Umweltbelastung hat, leuchtet allen ein. Das Problem ist allerdings, dass von diesem Potenzial nicht automatisch Gebrauch gemacht wird. Denn generell beschleunige die Digitalisierung die Wirtschaft und verstärke die Tendenz zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft, schreibt die Berner Fachhochschule in ihrem Communiqué. Diese Einschätzung ist das Resultat einer Studie der Fachhochschule. Sie besteht aus einer Online-Umfrage sowie einer umfassenden Analyse der Fachliteratur. Zudem befragten die Wissenschaftler 18 Expertinnen und Experten zum Thema. An der Online-Umfrage nahmen 801 Personen teil.


Die Autoren erhielten vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) den Auftrag, die Chancen und Risiken der Digitalisierung in Bezug auf die Umwelt aufzuzeigen. Die grössten Chancen sehen die Interviewten im Bereich der Energieersparnis. Die grössten Risiken werden in der Entsorgung von «digitalen Gerätschaften» gesehen. Auch werde eine höhere Tendenz zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft befürchtet, schreiben die Autoren.


Die Befragten sehen den grössten Handlungsbedarf also in der Förderung der Kreislaufwirtschaft, Verminderung von umweltbelastendem Konsum und im vermehrten Einsatz von digitalen Technologien zur Effizienzsteigerung. Auf diese Weise soll mit weniger Ressourcen mehr Ertrag erzielt werden.


Doch wie können all diese Handlungen umgesetzt werden?
Hierzu betonen die Forschenden, dass vor allem der Bund in praktisch allen Handlungsfeldern als treibende Kraft gefragt sei. In verschiedenen Bereichen komme aber auch der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft eine führende Rolle zu. Konkret müssten also gesetzliche Grundlagen geschaffen, «wirtschaftliche Anreize» sowie Massnahmen entwickelt werden, die geeignet seien, der Bequemlichkeit der Menschen im Alltag entgegenzuwirken und Anreize zur Verminderung von umweltbelastendem Konsum zu setzen.


Zu guter Letzt unterstreichen die Autoren, dass die Problematik eine globale sei und somit eine internationale Kooperation erfordere.


Link zur Studie