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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Auf dem Weg zu erneuerbarem Kohlenstoff

(08.09.2020) In diesem Sommer wurde die erste Umfrage über erneuerbaren Kohlenstoff in der chemischen Industrie durchgeführt. 20 bis 25 Prozent des eingesetzten Kohlenstoffs sind bereits heute erneuerbar.


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Die chemische Industrie reduziert seit Jahren erfolgreich den Kohlenstoff-Fussabdruck ihrer Produkte durch Effizienzsteigerung und Nutzung erneuerbarer Energien. Der nächste Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Zukunft ist der Fokus auf den in den Produkten enthaltenen fossilen Kohlenstoff, der am Lebendsende der Produkte ebenfalls zum Treibhauseffekt beiträgt. Eine potenzielle Lösung ist die Nutzung der drei verfügbaren, alternativen Kohlenstoffquellen Biomasse, direkte CO2-Nutzung und Recycling für kohlenstoffhaltige Produkte. Zusammengefasst unter dem Begriff «erneuerbarer Kohlenstoff» sind diese Quellen die Zukunft der organischen Chemie und weiterer nachgelagerter Produkte wie Kunststoffen. Doch wie weit ist die chemische Industrie auf ihrem Weg zu erneuerbarem Kohlenstoff? Um dies herauszufinden, haben das Nova-Institut (Deutschland) und Cowi (Dänemark) in diesem Sommer die erste Umfrage zur Nutzung erneuerbaren Kohlenstoffs in der chemischen Industrie durchgeführt und einen Fragebogen an die 50 grössten in Europa produzierenden Chemieunternehmen verschickt. Etwa 20 Prozent der Unternehmen haben den Fragebogen ausgefüllt zurückgeschickt.


Die Ergebnisse der Umfrage fassen die Chemieunternehmen nach Branche und Anteil des erneuerbaren Kohlenstoffs in den folgenden vier Gruppen zusammen:
- Traditionelle petrochemische Unternehmen weisen einen Anteil an erneuerbarem Kohlenstoff zwischen 1 und 5 Prozent auf.
- Mehrere Holzchemie-Unternehmen weisen erneuerbare Anteile von 80-90 Prozent auf.
- Dazwischen liegt eine Gruppe von Chemieunternehmen mit einem traditionellen Schwerpunkt auf pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten, die 40-50 Prozent erneuerbare Kohlenstoffanteile aufweisen.
- Bemerkenswert ist, dass einige wenige petrochemischer Unternehmen, die in der Vergangenheit einen Anteil erneuerbarer Kohlenstoffquellen unter 1 Prozent hatten, sich bereits zu Anteilen um 20 Prozent gesteigert haben.


Derzeit wird der grösste Anteil des erneuerbaren Kohlenstoffs über Biomasse aus der Land- und Forstwirtschaft gewonnen, aber die Recyclinganteile nehmen zu und die Nutzung von CO2 beginnt ernsthaft. Die meisten Chemieunternehmen haben bereits oder entwickeln derzeit Konzepte und Strategien, um den Anteil des erneuerbaren Kohlenstoffs zu erhöhen. Während die 50 grössten Akteure der Branche einen unterdurchschnittlichen Anteil aufweisen, gibt es Hunderte von kleineren Chemieunternehmen mit einem höheren Anteil an erneuerbarem Kohlenstoff.


Pressemitteilung des nova-Instituts


www.nova-institut.de


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