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Beeinflusst das Mikrobiom die Krebsentstehung?

(23.03.2020) Neben bestimmten Viren und Bakterien könnten auch die Mikroorganismen im eigenen Körper die Krebsentstehung fördern, so die Vermutung der gegenwärtigen Forschung.


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Die Besiedlung eines gesunden Individuums der Art Hydra oligactis (links) mit einer fremden Bakterienart aus der Gruppe der Spirochäten (im Kreis) führt zum Wachstum von Tumoren (rechts). Bild: Dr. Kai Rathje, Dr. Alexander Klimovich




Ein weiteres Beispiel hierfür liefert ein Forschungsteam um Professor Thomas Bosch von der Universität Kiel. Die Wissenschaftler konnten nun anhand des Süsswasserpolypen Hydra zeigen, dass ein gehäuftes Vorkommen einer bestimmten Bakterienart im Mikrobiom der Hydra unter gewissen Voraussetzungen zu Krebs führen kann. Damit werde das Gleichgewicht der Bakterienbesiedlung in ihrem Gewebe gestört, betont der Studienleiter Alexander Klimovich. «Interessanterweise entfalten diese Bakterien ihre schädliche Wirkung nur in Anwesenheit bestimmter anderer Bakterien aus der Gattung Pseudomonas, die zur normalen Zusammensetzung des Mikrobioms gehören», so Klimovich weiter.


Die Forscher sehen ihre Erkenntnisse als ein Universalprinzip, das das Verständnis für die Entstehung bestimmter Krebsarten fördern wird.


In diesen Feststellungen liegt eine vielversprechende Perspektive, denn die Schutzfunktion des Mikrobioms könnte sich in Zukunft möglicherweise nutzen lassen: «Die mikrobielle Besiedlung des Körpers pendelt sich im Normalfall in einem Gleichgewicht ein und schirmt den Organismus vor schädlichen Einflüssen ab, potenziell auch vor krebserregenden», sagt Bosch. «Künftige Forschung wird zeigen, ob sich diese Fähigkeit des Mikrobioms zur Aufrechterhaltung einer gesunden Barriere, die den Körper vor der Besiedlung mit schädlichen Mikroorganismen schützt, möglicherweise auch zur Prävention von Krebserkrankungen nutzen lässt», so Bosch weiter.


Medienmitteilung Universität Kiel (gekürzt)


www.uni-kiel.de



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