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Biochemischer Schalter gegen Krebs

(10.02.2020) Gewisse Abwehrzellen des Körpers können paradoxerweise die Bildung von Krebszellen fördern. Forschende haben nun einen biochemischen Schalter entdeckt, der diese Zellen unterdrückt.


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Illustration einer Makrophage. Bild: Adobe Stock



Nebst der wirksamen Abwehr von bakteriellen Infektionen ist das Immunsystem auch stark bei der Entstehung von Krebs beteiligt.


Die Entwicklung von Abwehrzellen (Differenzierung) des Immunsystems ist einer der komplexesten Vorgänge, die während einer direkten Immunabwehr gegen Infektionen ablaufen. Die entwickelten Abwehrzellen werden Makrophagen genannt und können in zwei Typen eingeteilt werden: M1-Makrophagen, die Entzündungen fördern und M2-Makrophagen, die Heilungsprozesse des Körpers unterstützen. Letztere können aber auch die Bildung von Krebszellen – sogenannte Tumor-assoziierte Makrophagen (TAM) – fördern.


In einer neuen Studie zeigen zwei Forschungsteams aus Wien, dass neben den bekannten Mechanismen der Makrophagendifferenzierung ein wichtiger Schalter existiert, der bisher nicht beachtet wurde. Es handelt sich dabei um einen biochemischen Weg, der von der Glykolyse – dem wichtigsten Stoffwechselweg zur Verarbeitung von Zuckern im menschlichen Organismus – abzweigt und wichtige biosynthetische Prozesse der schnellen Zellteilung unterstützt.


Sie erkannten, dass dieser Schalter, wenn er ausgeschaltet wird, die Differenzierung zu M2-Makrophagen unterdrückt. Das hat unmittelbare Konsequenzen für das Verständnis von Tumor-assoziierten Makrophagen, deren Bildung so verhindert werden könnte.


Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Cell Reports» veröffentlicht.


Medienmitteilung Universität Wien (gekürzt)


www.univie.ac.at

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