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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Der Dieselmotor läuft grün

(29.08.2019) Aktuell errechnen verschiedene Institute für das Elektroauto Klimavorteile gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Dabei schneidet der Diesel etwas besser ab als der Benziner. Verschiedene Innovationen könnten ihn noch attraktiver machen.


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Universitäre Forschung für den gasbetriebenen Dieselmotor: Biomethan in Zukunft umweltfreundlich und konkurrenzfähig? Bild: Ehrensberger



Vielleicht wird uns der Dieselmotor noch überraschen, denn er birgt zahlreiche Chancen. Schon schicken sich Unternehmen mit ihrer Innovationskraft an, sie auszuschöpfen.


Ein Ansatz besteht in der Produktion von sogenanntem Low-Carbon-Biodiesel aus Pflanzenresten. Diese müssten womöglich ohnehin entsorgt werden, so dass man hier bereits zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat. Ein weiterer Pluspunkt: Der erste Schritt, die Umwandlung der Pflanzenreste in Zellulose, erfolgt völlig chemikalienfrei allein durch das Wirken von Enzymen. In einem zweiten Schritt wandeln Mikroben die Zellulose in Biodiesel um.


Mit den Enzymen und den Mikroben verfügt man über zwei Stellschrauben, um den Gesamtprozess zu steuern. Gezielte gentechnische Veränderungen der Mikroben optimieren in Zukunft die Umwandlung.


Eine andere Idee geht in die Richtung, die hydrolytische Spaltung von Zellulose in kleinere Bausteine mit mechanischer Kraft zu unterstützen. Auch dies würde zu effizienteren und ressourcenschonenderen Prozessen führen. Auch können jetzt kürzlich veröffentlichte Berechnungen auf atomarer Ebene herangezogen werden. Sie haben zum Beispiel zutage gefördert, dass durch mechanische Zugkraft die sogenannte Protonenaffinität in Cellulose regioselektiv erhöht werden kann.


Bedenkenswert erscheint darüber hinaus, dass die zunächst aus der Zellulose gewonnenen C5- und C6-Bausteine grundsätzlich auch alternativ zu erdölbasierten Substanzen in der chemischen und pharmazeutischen Produktion eingesetzt werden könnten. Ausserdem dürfte sich die Effizienz aller Teilprozesse durch die Fortschritte der Prozessanalytik und -steuerung in den kommenden Jahren nochmals deutlich erhöhen.


Medienmitteilung Ilmac


www.ilmac.ch


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