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Fressen Raupen den Plastikabfall weg?

(23.06.2020) Eine klare Antwort auf diese Frage lieferten kürzlich Forschende am Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF.


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Unterschiedliche Kunststoffe, wie z. B. PE oder PET, verschmutzen die Strände und Ozeane. Ein «Plastikfresser» wäre eine elegante Art, dieser Problematik ein Stück weit entgegenzuwirken. Bild: Adpic



Laut einer Anfang 2019 veröffentlichten Studie sind Larven der Wachsmotte Galleria Melonella in der Lage, Polyethylen (PE) zu fressen und mit einer bemerkenswert hohen Rate umzusetzen: 100 000 Raupen fressen demnach innerhalb einer Woche etwa 5,2 Kilogramm PE. Dies würde vielversprechende Möglichkeiten zur Entsorgung und Beseitigung der grossen Mengen von Plastikabfall eröffnen. Bevor diese bemerkenswerte Fähigkeit der Raupe allerdings technologisch genutzt werden kann, muss geklärt werden, ob sie das PE wirklich verdaut oder bloss zerkleinert und ausscheidet.


Eigene Software entmischt Raman-Spektren
Diese Frage hat das Team des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF im Rahmen des Projekts RauPE durch den Einsatz moderner, hochauflösender Raman-Mikroskopie beantwortet.


Die bisherigen Ergebnisse verblüfften das Projektteam: Raupen fressen Löcher ins Polyethylen, nehmen geringe Mengen davon auf und verlieren gleichzeitig deutlich an Körpermasse. Wenn Löcher vorhanden sind, stoppen die Raupen die weitere Materialaufnahme. Die analytischen Messdaten zeigen, dass die Raupen das Polyethylen unverändert wieder ausscheiden.


Medienmitteilung Fraunhofer-Institut LBF (gekürzt)


www.lbf.fraunhofer.de


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