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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Frühwarnsysteme in Zellen

(06.08.2019) Die Medizin ist auf der Suche nach Hinweisen, die frühzeitig auf komplexe Krankheiten hindeuten. Um solche sogenannten Biomarker zu finden, hat das ETH-Spinoff Scailyte eine Software entwickelt, die Millionen von einzelnen Zellen durchforstet.


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Die Suche nach sogenannten Biomarkern ist eine grosse Herausforderung in der Medizin. Patienten können dank diesen Markern beispielsweise über eine Blutprobe Hinweise auf eine mögliche Erkrankung erhalten, noch bevor die ersten Symptome auftreten. Gelingt dies, können Betroffene gezielt therapiert und damit oft geheilt werden. Doch bei der Früherkennung von Krebs und anderen komplexen Krankheiten tut sich die Wissenschaft noch schwer.


Dort setzt das ETH-Spinoff Scailyte an. Millionen von Zellen werden analysiert. Algorithmen erkennen unbekannte Muster, indem sie alle zur Verfügung stehenden Informationen (frei von vermuteten Zusammenhängen) miteinbeziehen und so «unvoreingenommen» analysieren. Auf diese Weise möchte das Startup dazu beitragen, komplexen Krankheiten auf die Spur zu kommen.


Einer der grössten Stärken der Software von Scailyte ist ihre Effizienz. Während es mit klassischen Methoden mehrere Wochen dauern würde, um die riesige Datenmenge zu durchforsten, verspricht das Startup dieselbe Leistung innerhalb von zwei bis drei Tagen. Denn die Software beruht auf künstlicher Intelligenz, lernt also aus bereits verarbeiteten Daten und sagt auf dieser Basis auffällige Zelltypen, die typischerweise mit Krankheiten assoziieren, voraus. Entwickelt und wissenschaftlich erprobt wurde diese Methode an der ETH.


Heute arbeiten über 20 Mitarbeitende für Scailyte, wobei nur die wenigsten von ihnen am Firmensitz in Sursee tätig sind, sondern im Ausland oder in den Labors der Projektpartner arbeiten.


Medienmitteilung ETHZ (gekürzt)


www.ethz.ch

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