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Gerstel-ODP im Einsatz für die Früherkennung von Parkinson

(10.01.18) Joy Milne erkannte schon vor Jahren Parkinson-Patienten am Geruch. Heute hilft die 65-jährige Wissenschaftlern, ein Verfahren zur Früherkennung der Erkrankung zu entwickeln. Hierbei hilft ihr der Gerstel-Olfactory-Detection-Port (ODP).


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Der menschliche Organismus emittiert als Begleiterscheinung mancher Erkrankung bestimmte Gerüche. Deren Geruchsschwelle liegt so niedrig, dass sie von uns Menschen meist nicht wahrgenommen werden. Aus dieser Perspektive betrachtet, erweist sich Joy Milne als Phänomen: Die 65-jährige ehemalige Krankenschwester ist in der Lage, Parkinsonpatienten am Geruch zu erkennen, lang bevor eine ärztliche Diagnose die Bestätigung bringt.


So war es bei ihrem Mann, dem die Ärzte vor zehn Jahren attestierten, an der Schüttellähmung erkrankt zu sein. Und so war es jüngst, als Wissenschaftler Joy Milne die T-Shirts von zwölf ihr unbekannter Personen unter die Nase hielten: Bei sechs davon handelte es sich bekanntermassen um Parkinsonpatienten, die sechs anderen waren «Blindproben» und als gesund eingestuft worden. Gesund aus medizinischer Sicht, nicht aber aus der von Joy Milnes.


Joy Milne gelang es nicht nur die Parkinsonpatienten anhand der getragenen T-Shirts zu identifizieren. In der Wäsche von einem der sechs vermeintlich gesunden Probanden roch sie ebenfalls eine charakteristische Duftnote, die aus ihrer Sicht auf eine Parkinson-Erkrankung hindeutete. Drei Monate später wurde ihr Geruchseindruck durch die medizinische Diagnose bestätigt.


Das Phänomen Joy Milne deutet daraufhin, dass es möglich ist, Parkinson in einem sehr viel früheren Stadium regelrecht zu Erschnüffeln – lang bevor die Erkrankung auf medizinische Weise diagnostiziert werden kann. Die Hoffnung ist, dass eine frühere Diagnose den Ärzten ermöglicht, den Krankheitsverlauf zu beeinflussen und somit die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern.


Was aber sind die für die Erkrankung signifikanten olfaktorisch wirksamen Verbindungen, die nur Joy Milne wahrnimmt? Um das herauszufinden, haben sich Wissenschaftler an die Anatune Ltd., dem Gerstel-Partner in Cambridge, Grossbritannien, gewendet und um Unterstützung gebeten.


Ziel ist es, mit Hilfe der GC-O-Analytik eben jene auf die Parkinsonerkrankung hindeutenden Verbindungen zu identifizieren, die Joy Milne mit der Nase wahrgenommen hat. Bei diesem Vorhaben setzt das Forscherteam auf bewährte Technologie:


Den Gerstel-Multi-Purpose-Sampler (MPS) mit der Option «Dynamische Headspace» (DHS), um die in Textilproben von Parkinsonpatienten vorliegenden charakteristischen Parkinsonemittenten anzureichern und in einen analysierbare Form zu überführen; ein GC-Triple-Quadrupol-MS-System (Agilent Technologies), um die Verbindungen chemisch zu identifizieren, und nicht zuletzt den Gerstel-Olfactory-Detection-Port (ODP), mit Joy Milne als Operator davor, um die aufgezeichneten Signale im Chromatogramm als relevant für die Parkinsondiagnose entschlüsseln zu können.


«Gelingt es den Forschenden, unter Einsatz von der geruchsbegabten Joy Milne und Gerstel-Technologie ein Diagnoseverfahren zur Früherkennung der Parkinsonerkrankung zu entwickeln, wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung eines Schnelltest getan», ist Eberhard G. Gerstel überzeugt. Auf jeden Fall freue man sich, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Gerstel GmbH & Co. KG aus Mülheim an der Ruhr, «dass unsere Technologie für diese wichtige Studie zum Einsatz kommt. Eine Früherkennung von Parkinson könnte die Lebensqualität vieler Menschen langfristig verbessern.»


Quelle: Medienmitteilung Gerstel GmbH


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