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Jubel bei den Marsbeben-Forschern

(28.11.2018) Die ersten Signale und Bilder wurden bereits empfangen.


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Die weite Reise des Insight-Landers zum Mars. Computeranimation der Landung des Insight-Landers auf dem Mars. Bild: Nasa



Aufatmen und jubeln durften Wissenschaftler, die an der Nasa-Marsmission Insight beteiligt sind: Am Dienstagabend, 20.53 Uhr Schweizer Zeit setzte der Insight-Lander auf dem Mars auf. Die Wissenschaftler werden die Instrumente in den kommenden Wochen intensiv testen.


Die Insight-Mission hat einen weiteren Meilenstein erreicht: Nach über sechsmonatiger Flugzeit durchs All trat die Raumfähre am Montagabend in die dünne Mars-Atmosphäre ein, ging, gebremst durch einen grossen Fallschirm, in den Sinkflug über und setzte mithilfe von Brems-Triebwerken sanft auf der Ebene Elysium Planitia auf. Das gesamte Landemanöver dauerte nur gerade sechs Minuten.


Gestartet war die Raumfähre am 5. Mai 2018 in Kalifornien an Bord einer Atlas-V-Trägerrakete. Sie legte insgesamt 485 Millionen Kilometer zurück, mit einer Geschwindigkeit von über 10 000 Kilometern pro Stunde.


«Ich bin sehr erfreut und erleichtert darüber, dass die Landung so reibungslos gelungen ist», sagt Domenico Giardini, Professor für Geophysik und Seismologie an der ETH Zürich, der für die Schweizer Beteiligung an der Insight-Mission verantwortlich ist und die Landung in Kalifornien live mitverfolgte.


ETH-Elektronik an Bord
Giardini und seine Gruppe sind an der Insight-Mission auf vielfältige Weise beteiligt: Am Labor für Raumfahrtelektronik und -instrumente der ETH wurde die hochempfindliche Elektronik des Seismometers Seis entwickelt, das nun zum Einsatz bereitgemacht wird, um Marsbeben zu messen. Zusammen mit Seismologinnen und Seismologen des Schweizerischen Erdbebendienstes wird die Gruppe einen Marsbeben-Dienst betreiben und die von Seis empfangenen Daten auswerten und charakterisieren.


In den nächsten Tagen wird der Insight-Lander als erstes Bilder von seiner Umgebung aufnehmen. Anhand dieser Kamerabilder suchen die Forschenden eine ideale Stelle in der Umgebung des Landers, wo sie in den kommenden Wochen mithilfe des Roboterarms zwei der drei wissenschaftlichen Instrumente, darunter das Seismometer Seis, auf den Boden stellen können. Ab Januar 2019 starten die Wissenschaftler die Marsbeben-Messungen. Zweimal pro Marstag werden die Daten zur Erde übermittelt. Die Mission soll ein ganzes Marsjahr, das heisst bis im November 2020 dauern.


Das Hauptziel ist es, mithilfe des Seismometers Wellen von Marsbeben zu erfassen, die durch Meteoriteneinschläge ausgelöst wurden. Durch diese seismischen Messungen können die Marsforscher auf den inneren Aufbau und die Zusammensetzung des roten Planeten schliessen – und Rückschlusse auf die Entstehung und Geschichte des Mars sowie der weiteren Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem, inklusive der Erde, ziehen.


Domenico Giardini ist nun gespannt, ob das Messinstrument mit der ETH-Elektronik die weite Reise zum Mars unbeschadet überstanden hat. «Ich bin zuversichtlich, dass wir Anfang 2019 erste Signale des Seismometers empfangen werden.»


Medienmitteilung ETH Zürich


www.insight.ethz.ch



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