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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Nanu, schon wieder eine Nano-Überraschung

(24.03.2021) Die Welt der Winzlinge ist immer für eine grosse Überraschung gut. Nanopartikel helfen jetzt sogar gegen Coronaviren.

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Als Carrier schützen und transportieren Nanopartikel empfindliche Wirkstoffe auf ihrem Weg in die Zellen. Bild: Adpic


Überraschungseffekte haben in der Nanochemie Tradition. Früher dachte man, Partikel unterhalb von 200 Nanometern liessen sich selbst mit dem Mikroskop nicht richtig sehen. Dies besagte ein ehernes Gesetz des Physikers Ernst Abbe aus dem Jahr 1873. Ein gutes Jahrhundert später verbesserte die 4Pi-Mikroskopie die Auflösung trotzdem um das 4- bis 7-fache. Heute mikroskopieren «Gesetzesbrecher» mit Laserfluoreszenzverfahren sogar menschliche DNA-Stränge (Sted-Mikroskopie).


Faustdicke Überraschungen birgt neuerdings die superschnelle Entwicklung innovativer Nanopartikel mit vorgegebenen Wunsch-Eigenschaften – vor wenigen Jahren ein unendlich mühseliges Unterfangen. Heute beschleunigt Künstliche Intelligenz das Design. Damit wäre eigentlich die Synthese der vielen erfolgsversprechenden Kandidaten der Flaschenhals. Doch seit vor kurzem 65 000 Metallsulfid-Nanostäbchen quasi in einem Rutsch und mit Standard-Labor-Glasgeräten erzeugt wurden, kann man mit einem wahren Feuerwerk neuer Materialien rechnen.


Schon jetzt treten einige als Anti-Corona-Kämpfer an – entweder als der Impfstoff selbst (z. B. Protein-Nanopartikel von Alpha-O Peptides, Riehen) oder als schützender Carrier für empfindliche Wirkstoffe auf ihrem Weg in die Zellen.


Damit spricht die gesamte Historie der Nanochemie dafür, dass sie auf der diesjährigen Ilmac in Basel mit einer neuen Überraschung aufwartet.


Medienmitteilung Ilmac


www.ilmac.ch


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