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Nerven in der Muskulatur heilen sich selbst

(05.08.2019) Forschende der Universität Basel haben ein molekulares Wechselspiel entschlüsselt, das der Regenerierung der Synapsen in den Muskeln dient.


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Funktionsfähige Nervenverbindung im Muskel: Der Nerv (blau) mit seinen präsynaptischen Nervenenden (rot) sowie den postsynaptischen Rezeptoren im Skelettmuskel (grün). Bild: Universität Basel, Biozentrum

In unserem Körper sind Nerven und Muskeln durch neuromuskuläre Kontaktstellen miteinander verbunden, der sogenannten neuromuskulären Endplatte. Dies ist eine Synapse, die Signale zwischen Nervenfasern und Muskelfasern überträgt. Wird diese Nervenverbindung unterbrochen oder verletzt, ist der Muskel in seiner Funktion eingeschränkt und geschwächt. Das Besondere an diesen Synapsen ist jedoch, dass sie wieder repariert werden können. Rüeggs Forschungsteam hat nun die Funktion von mTORC1 nach einer Verletzung der neuromuskulären Endplatte im Mausmodell genauer untersucht.


Damit mTORC1 seine Funktion ausüben und auf den Muskel und die Regeneration der Nervenverletzung einwirken kann, muss es zuvor von der Proteinkinase PKB/Akt aktiviert werden. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass der Proteinkomplex mTORC1 weder zu stark noch in zu geringem Masse aktiviert werden darf, damit die Regeneration der Synapse gelingt. Wird der Proteinkomplex zu stark aktiviert, wird die Kinase gehemmt. Dadurch wird die natürliche Regeneration negativ beeinflusst. Die Kinase sorgt demnach für einen angemessenen Heilungsprozess. Dieser Zusammenhang könnte, so vermuten die Wissenschaftler, eine Erklärung für die Entstehung der altersbedingten Muskelschwäche beim Menschen liefern. Diese wird ebenfalls durch eine sich ändernde neuromuskuläre Endplatte und möglicherweise durch eine Überaktivierung von mTORC1 ausgelöst.


Medienmitteilung Universität Basel (gekürzt)


www.unibas.ch


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