CHEMIEXTRA_LOGO_16

Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Neuartiger Wirkstoff zersetzt Coronaviren auf Schutzmasken

(27.05.2020) Forschende an der Hochschule für Life Sciences FHNW haben ein Verfahren entwickelt, um viele Tonnen dieser Substanz zu produzieren.


27.05.2020_cx_news1

Als die Corona-Krise kam, gab es jedoch gerade einmal drei Gramm der neuartigen Formulierung. Bild: adpic Bildagentur



Virensichere Masken für den täglichen Gebrauch gab es anfangs Jahr noch nicht. Doch ein neues Imprägnierungsmittel versprach Abhilfe. Als die Corona-Krise kam, gab es jedoch gerade einmal drei Gramm der neuartigen Formulierung. Aber dann wurden im Process Technology Center (PTC) der Hochschule für Life Sciences FHNW in nur vier Wochen die nötigen Verfahren entwickelt, um mehrere Tonnen des neuen Mittels herzustellen. Das Produktionsverfahren dient nun als Blaupause für Grossproduktionen in der Schweiz, den USA, Australien und China.


Der ganze Prozess vom Ausgangsstoff zur Grossproduktion verlief in Rekordzeit. «Wir mussten schnell machen. Aber wir waren innerhalb von drei Tagen betriebsfähig und konnten mit der Entwicklung des Herstellungsprozesses beginnen», sagt Wolfgang Riedl, Manager des PTC. «Das funktioniert bei uns auch deshalb, weil wir einen Stamm von ständigen Mitarbeitenden haben, die viel Erfahrung haben. Dadurch können wir auf neue Fragestellungen rasch antworten.»


Inzwischen sind bereits Hunderttausende von Masken, die mit dem antiviralen Mittel behandelt wurden, auf den Markt gebracht worden. In den nächsten zwei Wochen wird eine weitere Charge von zwei Millionen behandelter Masken weltweit verteilt. Abnehmer sind vor allem Ärzte, aber auch Private können die Masken bei Vertreibern und Händlern bestellen.


So funktioniert der Virenschutz aus dem Labor
Mithilfe von Walzen werden neben Fetttröpfchen (Liposomen) winzige Silberpartikel auf den Stoff aufgetragen. Silber ist für seine Wirkung gegen Mikroben schon lange bekannt. In Kombination mit den Fetttröpfchen wirkt es besonders effektiv gegen Coronaviren. Die Barriere reisst Bestandteile aus der Hülle der Viren heraus. Dadurch werden diese inaktiv.


Das Labor des ETH-Spinoff HeiQ entwickelte das Imprägnierungsmittel gegen Viren (HeiQ Viroblock NPJ03) und die Forschenden an der Hochschule für Life Sciences FHNW brachten den Wirkstoff zur Serienreife.


Medienmitteilung FHNW (gekürzt)


www.fhnw.ch

Zurück