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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Projekt über positiven Einfluss von mütterlichen Darmmikroben ausgezeichnet

(08.11.2018) Der diesjährige Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreis geht an Stephanie Ganal-Vonarburg.


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Stephanie Ganal-Vonarburg ist die Gewinnerin des Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreises 2018. Bild: Universität Bern



Die Gewinnerin des Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreises 2018 heisst Stephanie Ganal-Vonarburg. Sie forscht als Oberärztin im Forschungslabor Gastroenterologie / Mukosale Immunologie am Inselspital Bern und am Department for BioMedical Research der Universität Bern. Ganal-Vonarburg wird für ihre Forschung im Bereich der mütterlichen Mikrobiota – der Mikroben im Darm – ausgezeichnet.


Die Immunität von Neugeborenen stärken
Unsere inneren und äusseren Körperoberflächen, wie die Haut, die Atemwege und der Darm werden von einer Vielzahl von Mikroben besiedelt, welche als Mikrobiota bezeichnet werden. Diese Mikroben sind für den menschlichen Körper von grosser Bedeutung; sie helfen uns nicht nur bei der Verdauung und bei der Herstellung von Vitaminen, sondern lassen auch unser Immunsystem reifen, so dass wir Krankheitserreger besser abwehren können. Der ungeborene Fötus im Mutterleib gilt als komplett keimfrei, da die Besiedlung des Körpers mit Mikrobiota erst während und vor allem nach der Geburt stattfindet. Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass der positive Einfluss dieser gutartigen Mikroben auf den Wirtsorganismus erst nach der Geburt beginnt. In ihrer Arbeit konnte Stephanie Ganal-Vonarburg zusammen mit Kollegen zeigen, dass bereits während der Schwangerschaft bakterielle Botenstoffe von der mütterlichen Mikrobiota über die Plazenta und nach der Geburt über die Muttermilch auf das Neugeborene übertragen werden und zur Reifung des Immunsystems beitragen. Dabei lassen sich Veränderungen an der Immunantwort des Kindes beobachten – unter anderem wird die Besiedelung durch gute Bakterien nach der Geburt besser akzeptiert. Ein solcher Einfluss auf das kindliche Immunsystem war von langer Dauer und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nachweisbar.


Mit dem Preisgeld möchte Ganal-Vonarburg in ihrer künftigen Arbeit auf einer molekularen Ebene untersuchen, wie die mütterliche Mikrobiota das Immunsystem von Kindern längerfristig beeinflussen kann. Insbesondere plant sie, zu erforschen, ob epigenetische Mechanismen – diese führen zu molekularen Veränderungen an der DNA-Struktur und dabei zu veränderten Funktionen von Zellen – hierbei eine Rolle spielen. In einem zweiten Teil ihrer Arbeit möchte sie bakterielle Produkte in der Muttermilch identifizieren, welche positive Eigenschaften in Bezug auf das kindliche Immunsystem haben. «Solche Stoffe könnten in der Zukunft in der Medizin eingesetzt werden und helfen, die Immunität von Neugeborenen zu stärken», sagt Stephanie Ganal-Vonarburg.


Medienmitteilung Universität Bern


www.unibe.ch


 

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