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Protein mit zentraler Rolle bei Tumorbildung

(19.03.2020) Das Enzym MCL1 reguliert die Darmschleimhaut und scheint ein wichtiger Faktor bei Darmkrebs zu sein, so zumindest laut einer kürzlich veröffentlichten Studie.


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Das Protein MCL1 (rote Punkte) im Dünndarm einer gesunden Maus. Erkennbar sind auch die Zellkerne einzelner Zellen (blau). Bild: Marc Healy, UZH



Das kolorektale Karzinom ist die häufigste Form von Darmkrebs und weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Obwohl einige Betroffene eine genetische Veranlagung aufweisen, treten die meisten Fälle spontan auf.

Eine Studie wirft nun ein neues Licht auf den Beginn dieser Erkrankung: Ein internationales Team konnte im Mausmodell nachweisen, dass ein Protein namens MCL1 für die Unversehrtheit der Darmschleimhaut sorgt und dadurch auch vor Darmkrebs schützt. Das Projekt wurde unter anderem von Achim Weber, Professor am Institut für Molekulare Krebsforschung der Universität Zürich, durchgeführt.


Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass nicht nur ein Mangel, sondern auch eine Überproduktion an MCL1 schädlich sein kann. Möglicherweise löst der – vielleicht nur vorübergehende – Verlust der MCL1-Funktion eine Störung der Darmschleimhaut und die ersten Schritte der Tumorentwicklung aus. «Die Regulierung dieses Proteins ist eine Gratwanderung», warnt der Erstautor der Studie, Marc Healy, von Achim Webers Team. «Bei der Anwendung von MCL1-Hemmern in der Krebstherapie ist deshalb besondere Vorsicht angebracht.»


Medienmitteilung Universität Zürich (gekürzt)


www.uzh.ch


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